Übergangsrheumatologie

Was bedeutet Übergangsrheumatologie?
In der Zeit des Erwachsenwerdens vollziehst du wichtige Schritte: du schließt die Schule ab, du wählst eine Ausbildung, ein Studium, einen Beruf, du ziehst von zu Hause aus, du gehst eine Partnerschaft ein... Du wirst selbstständiger, hast neue Verantwortlichkeiten, auch die Verantwortung für dich selbst wächst. Immer weniger sind es Eltern, Erzieher, Lehrer/innen, Ärzte/innen, die Entscheidungen für dich treffen, immer mehr kommst du in ein möglichst gleichberechtigtes Verhältnis mit den Personen deines Umfelds, in dem du dich eigenverantwortlich selbst vertrittst.

Um jungen Menschen mit rheumatischen Erkrankungen den Übergang (engl. transition) zu erleichtern, arbeiten in der Übergangsrheumatologie Ärzte/innen, Pflegende und Therapeuten/innen der Kinder- und Jugendrheumatologie und der „Erwachsenen“- (= internistischen) Rheumatologie eng zusammen.
Übergang bedeutet dabei für uns, dass wir uns in der Behandlung an deiner Erkrankung, deiner Entwicklung und deinen persönlichen Bedürfnissen orientieren.

Unser Konzept
In der Zeit des Erwachsenwerdens begleiten dich auf unserer Station für Übergangsrheumatologie Mitarbeiter sowohl der Kinder- und Jugendrheumatologie als auch der „Erwachsenen“-Rheumatologie.
So führen die Ärzte/innen beider Abteilungen einmal in der Woche eine gemeinsame Visite durch, damit das Wissen über deine Erkrankung und die bisherige Behandlung möglichst optimal weitergegeben und die Therapie gemeinsam geplant werden kann. Bei der Visite geht es um deine Beschwerden, deine Wünsche, Befürchtungen und Fragen. Die Entscheidungen werden zusammen mit dir (evtl. auch gemeinsam mit deinen Eltern) getroffen. Bei akuten Problemen stehen wir dir natürlich auch außerhalb der „Übergangsvisite“ zur Verfügung.

Auch die Pflegenden, Erzieherinnen, Psychologen, Physiotherapeuten/innen und Ergotherapeuten/innen werden besonders auf die Zeit des Übergangs, der ja nicht nur das rein Medizinische umfasst, eingehen:

• in Therapiegruppen speziell für junge Menschen mit rheumatischen Erkrankungen,
• in der Beratung bezüglich Problemen der Ausbildung und des Berufs,
• im Gespräch über persönliche Fragen,
• in Form von Freizeitangeboten.

Wir verstehen uns dabei als ein Team mit dem gemeinsamen Ziel, dich als jungen Erwachsenen ernst zu nehmen, dich in dieser wichtigen Lebensphase zu unterstützen und mit dir den Übergang von der Betreuung durch die Kinder- und Jugendrheumatologie in die Betreuung durch die internistische Rheumatologie zu gestalten.

Die Station
Eine Hälfte der Station C1 im neuen Bettenhaus des St. Josef-Stiftes ist für die Übergangsrheumatologie vorgesehen, eine Etage über der Kinderrheumatologie. In den Dreibettzimmern bist du mit anderen jungen Menschen deiner Altersgruppe untergebracht.
Im Aufenthaltsraum der Station kann man sich treffen, klönen, spielen oder auch Video schauen. Auch die Möglichkeit, sich selber kleine Speisen zuzubereiten, ist gegeben. Von den Mitarbeitern der Station werden regelmäßig Angebote zur Freizeitgestaltung gemacht.
Dabei ist uns ein vertrauensvolles „Wohlfühlklima“ wichtig.

Unsere Angebote
Rund um die Uhr für euch da!
Wie ihr seht: Hier arbeiten viele Leute für euch. Da wir Pflegenden rund um die Uhr da sind, sind wir gerne Ansprechpartner für Fragen und Probleme. Neben unseren fachlichen Aufgaben in Pflege und Medizin organisieren wir den Tagesablauf auf der Station.

Bewegung und mehr...
Im Therapiezentrum (Physiotherapie und physikalische Therapie) werden Bewegung und Behagen groß geschrieben. Egal ob einzeln oder in der Gruppe mit anderen jungen Menschen, ob im Wasser oder auf dem Trockenen – etwas Passendes ist für jeden dabei.
Auch Massagen, Bäder, elektrotherapeutische Anwendungen gibt es. Nicht zu vergessen ist unser „Fitnessraum“ für die Medizinische Trainingstherapie, in dem du unter professioneller Anleitung an Geräten arbeiten kannst.

Schützt die Gelenke!
In der Ergotherapie lernst du, rheumatisch betroffene Gelenke zu schonen, aber effektiv zu benutzen: im Haushalt, im Beruf, beim Sport, bei handwerklichen Hobbys. Eventuell sinnvolle Hilfsmittel werden dir erklärt. Insbesondere deine berufliche Tätigkeit kann hier konkret besprochen werden, bis hin zur gelenkschonenden Arbeitsplatzgestaltung.

Schule, Ausbildung, Beruf – wie geht es weiter?
Durch unseren Sozialdienst kannst du in Einzelgesprächen und Kleingruppen jede Menge Informationen und Unterstützung zu diesem Thema bekommen. Auch zu möglichem Nachteilsausgleich in Schule und Beruf kannst du dich beraten lassen. Neben Berufstest und Bewerbungstraining sollen dir Fahrten ins Berufsinformationszentrum (BIZ) in Ahlen dabei helfen, im Berufe-Dschungel deinen eigenen Weg zu finden.

Psychologische Betreuung
Du hast die Möglichkeit, in einer vertraulichen Atmosphäre mit unseren Psychologen Dinge zu besprechen, die dir unter den Nägeln brennen (z. B. Krankheitsbewältigung, Sexualität, Loslösung vom Elternhaus, usw.). Gemeinsam fällt es oft leichter, Lösungen zu finden, die für dich angemessen sind. Auch bei der Bewältigung deiner Schmerzen kann dir der Psychologe helfen. Du erhältst Hintergrundwissen und kannst Entspannungsverfahren erlernen.

Patientenschulung
Wichtiges Hintergrundwissen über deine Erkrankung bekommst du in so genannten Patientenschulungen, die monatlich stattfinden. Darüber hinaus erfährst du eine Menge über die Wirkung der Medikamente sowie Sinn und Zweck der unterschiedlichen Therapien. Außerdem werden in den Schulungsgruppen psychologische Strategien der Krankheits- und Schmerzbewältigung besprochen.

Projekt Muckefuck
In der Selbsthilfegruppe Projekt Muckefuck haben sich Jugendliche und junge Erwachsene mit einer rheumatischen Erkrankung zusammengeschlossen, um bei regelmäßigen Treffen Aktionen für die Öffentlichkeitsarbeit zu planen oder aber den Austausch mit anderen Betroffenen in deinem Alter zu ermöglichen.
Mehr Informationen (über PDF-Format) bekommst du unter www.projekt-muckefuck.de.

Freizeit im Krankenhaus
Regelmäßig werden Spiele- oder Videoabende organisiert. Oder man geht mal im Ort aus oder macht kleine Ausflüge. Eine große Auswahl an Lesestoff zum Ausleihen bietet unsere Bücherei. Gemeinsam planen wir weitere Aktivitäten wie Kochabende.

Ansprechpartner:
Abteilung für Kinder- und Jugendrheumatologie
Chefarzt Dr. G. Ganser
Sekretariat +49 (0) 2526 300-1561
E-mail: ganser@st-josef-stift.de
 
Klinik für Rheumatologie
Chefarzt Prof. Dr. M. Hammer
Sekretariat +49 (0) 2526 300-1544
E-mail: hammer@st-josef-stift.de
 
Dipl.-Psych. Dieter Minnebusch
Telefon: +49 (0) 2526 300-1414
Telefax: +49 (0) 2526 300-1010
E-mail: minnebusch@st-josef-stift.de
 
Dipl.-Psych. Arnold Illhardt
Telefon: +49 (0) 2526 300-1491
Telefax: +49 (0) 2526 300-1010
E-mail: illhardt@st-josef-stift.de
 
Selbsthilfeorganisation für junge Rheumatiker
Projekt Muckefuck
Sven Sperling
+49 (0) 2151 821870
www.projekt-muckefuck.de