Behandlungsangebote

Schmerzklinik für Gelenk- und Rückenbeschwerden
 

Der Patient als Experte seiner Schmerzerkrankung

Chefarzt Herbert Thier

Die Schmerzklinik für Gelenk- und Rückenbeschwerden ist ausschließlich auf die Behandlung von chronischen Schmerzen am Bewegungsapparat spezialisiert. Egal, ob chronische Rückenbeschwerden, Schmerzen durch Fibromyalgie, Arthritis oder Arthrose – die Chronifizierungsfaktoren und Folgen der Schmerzen sind ähnlich.  Das Konzept unserer Schmerzklinik baut auf die seit Jahrzehnten im St. Josef-Stift gebündelte Expertise bei der Behandlung von Knochen- und Gelenkerkrankungen auf und bildet damit eine sinnvolle Ergänzung des Behandlungsspektrums.

Chronischer Schmerz ist ein komplexes Krankheitsbild, bei dem somatische Faktoren und andere Belastungssituationen eine Rolle spielen. Der Schmerz hat seine ursprünglich warnende Funktion verloren und verselbständigt sich. Betroffene erfahren im Laufe der Zeit häufig eine erhebliche körperliche, emotionale und soziale Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität.

Mit Hilfe der Multimodalen Schmerztherapie können Patienten Lebensqualität zurückgewinnen. Im Vordergrund stehen drei wesentliche Behandlungsziele:

  • eine funktionelle Verbesserung im Alltag und Beruf
  • eine Steigerung der Eigenkompetenz und Eigenverantwortung im Umgang mit der Schmerzerkrankung
  • Schmerzlinderung

Vor Beginn einer gezielten multimodalen Schmerztherapie ist es wichtig, durch eine eingehende Untersuchung die Ursache der chronischen Schmerzen zu ergründen; dies ist je nach Beschwerdebild zum Beispiel in unserer Klinik für Wirbelsäulenchirurgie oder in unserer Klinik für Rheumatologie möglich oder ist bereits bei einem anderen Facharzt / Fachklinik erfolgt. Erst wenn konservative Behandlungsmöglichkeiten nicht zum Erfolg führen beziehungsweise operative Behandlungsverfahren nicht angezeigt sind, kann eine weitergehende Schmerzdiagnostik Aufschluss geben, ob eine multimodale Schmerztherapie greifen kann.

Die weitergehende Abklärung der Schmerzen erfolgt abgestuft über ein Fragebogenmodul (in Anlehnung an die Standards der Deutschen Schmerzgesellschaft) sowie über eine Voruntersuchung (Pre-Assessment) durch ein interdisziplinär arbeitendes Team aus Ärzten, Physiotherapeuten, Pain Nurses (auf Schmerzbehandlung spezialisierte Pflegende) und Psychologen. Chronifizierungsfaktoren  können so identifiziert und ein Therapieplan erstellt werden, um Beeinträchtigungen im körperlichen und psychischen Bereich zu reduzieren.

 

Multimodale Schmerztherapie als stationäres und tagesklinisches Angebot

Das interdisziplinäre Behandlungsteam der Schmerzklinik

Die multimodale Schmerztherapie erfolgt im stationären oder tagesklinischen Rahmen. Die kleinen Patientengruppen haben jeweils feste Ansprechpartner. Die Therapie setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen wie ärztliche Therapie, medikamentöse Behandlung, Edukation, Physiotherapie, Sporttherapie, Ergotherapie, Arbeitstraining, psychologische Begleitung, Entspannungsverfahren und Kreativtherapie. Im Mittelpunkt des aktivierenden Therapieansatzes steht, den Patienten zum Experten im Umgang mit seiner Schmerzerkrankung zu machen und ihn zu befähigen, den Schmerz aus eigener Kraft besser zu bewältigen. 

Ein auf die Schmerzbehandlung spezialisiertes Team aus Ärzten, Pain Nurses, Physio- und Ergotherapeuten sowie Psychologen arbeitet dabei eng zusammen und tauscht sich intensiv bei interdisziplinären Teambesprechungen über die Wirkung und Behandlungsfortschritte aus und berät gemeinsam über eine eventuell notwendige Modulation der Therapie. Der Patient wird auf Augenhöhe in die Entscheidungen über den Behandlungsweg mit einbezogen.