
Überstunden für den guten Zweck
Wenn Teamgeist einen ehrenamtlichen Auslandseinsatz ermöglicht: Ihre Kolleg:innen im St. Josef-Stift habenTheresa Dreimann einen Kindheitswunsch erfüllt.
Aus Sendenhorst nach Westafrika: Andere Sprache, andere Religion, anderes Gesundheitssystem, andere Krankheitsbilder, dazu 42 Grad und jede Menge Staub. Theresa Dreimann, Operationstechnische Assistentin im St. Josef-Stift, hat im afrikanischen Guinea-Bissau zwei Wochen ehrenamtlich humanitäre Hilfe durch lebensverändernde Operationen für Kinder geleistet.
Organisiert wurde der Auslandsaufenthalt vom Hammer Forum, einer fast ausschließlich spendenfinanzierten Organisation, die sich auf medizinische Hilfe für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten spezialisiert hat. Das Hammer Forum bringt Ärzt:innen und medizinische Hilfe zu Kindern in Regionen, in denen das Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt. In einem zehnköpfigen Team, das Menschen aus verschiedenen medizinischen Berufen vereinte, unterstützte Theresa Dreimann mit ihren bisherigen beruflichen Erfahrungen als OTA bei Operationen vor Ort. „Hilfe wird unabhängig von Religion, Geschlecht und Nationalität geleistet.“
Dass die 30-Jährige die Hilfe in Guinea-Bissau in dem Umfang leisten konnte, hat sie ihrem Team im St. Josef-Stift zu verdanken. „Die Mitarbeitenden aus dem OP-Bereich unterstützen ihre Kolleginnen und Kollegen in bestimmten persönlichen Situationen durch die anonyme Spende von eigenen Überstunden“, erklärt OP-Managerin Edeltraud Vogt. „Dieses Zeichen der Zusammengehörigkeit beeindruckt mich sehr.“
Im Ausland medizinische Hilfe leisten, wo sie sonst fehlt – diesen Wunsch trägt Theresa Dreimann schon seit Kindheitstagen in sich. „Ich bin meinem Team hier im St. Josef-Stift unglaublich dankbar, dass sie mich in der Form bei diesem Projekt unterstützt haben“, erzählt sie. Bei dem herausfordernden Aufenthalt hat die 30-jährige Warendorferin vor allem eins gelernt: „Flexibel sein, Situationen so annehmen, wie sie kommen, und mit dem handeln, was da ist. Die Materialien waren begrenzt und OPs zu planen, war quasi nicht möglich.“, erinnert sie sich. „Akute Notfälle haben wir ebenfalls versorgt.“ Das Ergebnis: 85 Operationen und 228 Patient:innen, die zur Sprechstunde gekommen sind – in zwölf Tagen. Und das, obwohl die Wasser- und Stromversorgung nicht kontinuierlich gewährleistet werden konnte.
Als kleines Dankeschön für ihre Teamkolleginnen und -kollegen, die Stunden für sie gespendet hatten, hatte Theresa Dreimann ihr Team mit einem großen Kuchenbuffet überrascht. Zudem gestaltete sie ein Fotoalbum mit Eindrücken von dem Aufenthalt, das sie im Pausenraum auslegte. „Bei der Teambesprechung, in der ich mich für die Ermöglichung bedankt habe, hatte ich keine trockenen Augen“, blickt sie zurück. Neben den besonderen Erfahrungen ist das ein Geschenk, das sie sehr zu schätzen weiß.
