Ganzkörperkältetherapie bei -110 Grad

Kältekammer im St. Josef-Stift

Seit mehr als 40 Jahren ist die Kältekammer ein Aushängeschild des St. Josef-Stifts und befindet sich technisch in der dritten Gerätegeneration. Bei minus 110 Grad Celsius entfaltet die Kältetherapie ihre nachgewiesene entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung.

Mitarbeitende mit Mundschutz und Kälteschutzhandschuhen treten aus einer geöffneten Kältekammer; kalter Dampf ist im Raum sichtbar.

Die Erste in Europa

Seit Anfang April 2025 ist die neue Kältekammer im St. Josef-Stift in Betrieb. Mit der Investition in diese technisch aufwändige Therapieform knüpft das St. Josef-Stift an eine seit 1984 bestehende Tradition an: Damals eröffnete die europaweit erste Kältekammer im St. Josef-Stift in der kurz zuvor gegründeten Klinik für Rheumatologie und sorgte für eine Sensation.

„Die aktuelle Ganzkörperkältetherapie erlebt aktuell einen regelrechten Hype, nicht nur im Spitzensport als fester Bestandteil der Regenerationsstrategie, sondern auch im Fitness- und Wellnessbereich.“
Dr. Heike Horst, Therapieleitung
„Die Kältekammer ist ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Rheumaklinik. Viele Patienten empfinden die Ganzkörperkältetherapie als schmerzlindernd und wohltuend und profitieren davon.“
PD Dr. Peter Korsten, Chefarzt der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie
FAQ zur Kältekammer

Häufig gestellte Fragen

Die Kältekammer ist ein „Must-have“ für Menschen mit Rheuma oder einer chronischen Schmerzerkrankung jeden Alters. Sie wirkt aber bei jedem Menschen, der sie betritt.

Wie funktioniert die Kältekammer?

Die Kältekammer wird elektrisch betrieben und funktioniert im Zwei-Kammer-System. In der Vorkammer mit minus 60 Grad Celsius gewöhnt sich der Körper an die Kälte, bevor es für maximal drei Minuten in die Hauptkammer mit minus 110 Grad Celsius geht.

Dabei werden die Anwender:innen von Therapeut:innen überwacht. Durch eine Kamera kann sichergestellt werden, dass es nicht zu unerwünschten Effekten kommt. Kinder und Jugendliche können auf Wunsch in die Kältekammer begleitet werden.

Grafische Zeichnung einer Schneeflocke, in der Mitte ist die Gradzahl von -110 Grad Celsius zu lesen.
Welche positiven Effekte hat die Kältekammer?

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielseitig, ob im Spitzensport als fester Bestandteil der Regenerationsstrategie oder auch im Fitness- und Wellnessbereich.

Durch die Kälte wird eine Verbesserung des Immunsystems gefördert, die mentale Stärke gesteigert und Einfluss auf die Stressreduktion genommen.

Wer darf die Kammer nutzen?

Die Kältekammer ist für stationäre Patientinnen und Patienten des St. Josef-Stifts (Rheuma / chronische Schmerzerkrankung) vorgesehen, kann aber auch ambulant von Selbstzahlern genutzt werden. Dafür muss stets eine ausgefüllte und unterschriebene Checkliste mit Ausschlusskriterien mitgebracht werden.

Wieviel kostet die Nutzung der Kältekammer?

Für Selbstzahlende kostet die Nutzung der Kältekammer pro Einheit 28€. Mitarbeitende der Stiftung zahlen einen ermäßigten Preis.

Ausfüllen & Unterschreiben

Checkliste für die Nutzung der Kältekammer

Kontakt ins Therapiezentrum

Termine für die Nutzung der Kältekammer

  • Kontakt zur Therapieplanung

    Bringen Sie bitte die ausgefüllte und unterschriebene Checkliste mit Ausschlusskriterien mit.

    Erreichbarkeit unserer Therapieplanung:

    Montag bis Freitag | 7 - 17 Uhr

    Öffnungszeiten der Kältekammer (ambulante Nutzung)

    Montag - Freitag | 8 - 9 Uhr und 13 - 14 Uhr

Stimmen aus dem Stift

Mehr über die Kältekammer

Die mittlerweile dritte Kältekammergeneration im St. Josef-Stift wird elektrisch betrieben und funktioniert im Zwei-Kammer-System: In der Vorkammer mit minus 60 Grad Celsius gewöhnt sich der Körper an die Kälte, bevor es für maximal drei Minuten in die Hauptkammer mit minus 110 Grad Celsius geht.

Die Geschichte der Kältekammer in Sendenhorst

Die Idee der therapeutisch wirkenden Ganzkörperkältetherapie hatte der Gründungschefarzt Prof. Dr. Reinhard Fricke, der im St. Josef-Stift tätig war, aus Japan mitgebracht. Im Lendenschurz hatte er das Verfahren dort getestet und für gut befunden. Das Problem: Eine Kältekammer gab es damals nicht am Markt und wurde deshalb vom St. Josef-Stift in Kooperation mit der Westfalen Gas AG als Prototyp in Münster entwickelt. Die extreme Kälte lieferte Stickstoff, ein Nebenprodukt der Edelgasproduktion. Als die Kältekammer 1984 in Sendenhorst eröffnet wurde, erzeugte diese Neuheit ein bundesweites Medienecho.

Historische Aufnahme einer medizinischen Kältekammer: Eine Patientin steht in der geöffneten Kammer, ein Arzt bedient das Steuerpult.
Erfahrungen aus der Praxis

„Die Kältekammer ist ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Rheumaklinik. Viele Patienten empfinden die Ganzkörperkältetherapie als schmerzlindernd und wohltuend und profitieren davon“, erklärt PD Dr. Peter Korsten, Chefarzt der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie. Beispielsweise seien bei der häufig vorkommenden Rheumatoiden Arthritis in wissenschaftlichen Studien antientzündliche Effekte auf Zellebene nachgewiesen worden. Es fehlten aber Langzeitstudien: „Hier sehe ich uns in der Verantwortung, eine datenbasierte wissenschaftliche Grundlage zu schaffen, zumal wir hierfür die Voraussetzungen haben.“

Auch für Kinder und Jugendliche mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung oder einer chronischen Schmerzerkrankung sei die Ganzkörperkältetherapie „sehr effektiv“, so PD Dr. Daniel Windschall, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendrheumatologie. „Für unsere Klinik ist die Kältekammer ein Aushängeschild. Die Wirkung ist vor allem bei einigen Patienten, die oft von Schüben einer juvenilen idiopathischen Arthritis geplagt sind, gut."

Stärkung durch Extremkälte

„Die aktuelle Ganzkörperkältetherapie erlebt aktuell einen regelrechten Hype, nicht nur im Spitzensport als fester Bestandteil der Regenerationsstrategie, sondern auch im Fitness- und Wellnessbereich“, erklärt Therapieleitung Dr. Heike Horst. Therapeutisch unterstütze die Extremkälte beispielsweise auch bei Hauterkrankungen, bei der Unterstützung des Immunsystems, Förderung der Lebensqualität durch bessere Schlafqualität, Steigerung der mentalen Belastbarkeit durch Reduktion der Stresshormone oder auch beim Abnehmen durch Stimulierung des Fettgewebes.

Grafische Zeichnung einer Schneeflocke.