Eine jüngere und eine ältere Frau, Tochter und Mutter, stehen mit einem kleinen Hund an der Leine vor dem Eingang der Pflegeeinrichtung in Albersloh.
Daniela Simon, Marita Simon und Hund Marty verbringen beruflich im St. Josefs-Haus, aber auch privat gern Zeit miteinander.
Familiengeschichte aus dem St. Josefs-Haus
08.04.2026

Betreuung mit Herz und Verstand

Zwei Generationen, ein Arbeitsplatz: Marita Simon und Tochter Daniela Simon betreuen mit Leidenschaft, Herz und Erfahrung Seniorinnen und Senioren im St. Josefs-Haus Albersloh.

„Der Draht zu älteren Menschen, der ist vererbbar” - da sind sich Marita und ihre Tochter Daniela Simon einig. Bei dem beruflichen Werdegang der beiden Sendenhorsterinnen könnte man das wirklich denken. Im St. Josefs-Haus Albersloh sind die beiden schon viele Jahre in der Betreuungshilfe aktiv.

In die Arbeit im sozialen Bereich kam Marita Simon als quereinsteigende Schwesternhelferin im St. Josefs-Haus als Minijobberin im Jahr 1995. An der Volkshochschule absolvierte sie kurze Zeit später zusätzlich die damalige Ausbildung als Fachkraft im Seniorenhaushalt, weil sie auch aus privaten Gründen mehr Sicherheit im Umgang mit älteren Menschen bekommen wollte. Es klappte: „Dass ich damit meine Passion finden würde, hätte ich erst nicht geglaubt”, sagt die heute 69-Jährige. Mittlerweile ist Marita Simon zwar in Rente ist, engagiert sich aber ehrenamtlich weiter im St. Josefs-Haus.

Damals gab es andere Rahmenbedingungen für die Betreuenden und Pflegenden. Marita Simon erinnert sich: „Wir haben eigentlich alles gemacht. Grundpflege, Hauswirtschaftsarbeit, zwischendurch noch die Locken einer Bewohnerin eindrehen und abends mal Pizza bestellen – das ist heute nicht mehr so und die Arbeitsteilung sehr viel klarer und hat auch seine Richtigkeit.” Die Umstände in Betreuung und Pflege haben sich tatsächlich geändert, da kann ihre Tochter Daniela mitreden. Schon als Kind begleitete sie ihre Mutter hin und wieder bei der Arbeit im St. Josefs-Haus und hat die Zeit, die sie dort mit den Seniorinnen und Senioren verbrachte, stets genossen: „Als Jugendliche habe ich mir oft meinen Discman mit den Bewohnerinnen geteilt“, sagt sie. „Über die Hälfte meines Lebens arbeite ich schon hier im Haus, mit Praktika, Ausbildungseinsätzen und anschließender Festanstellung eingerechnet”, erinnert sich die heute 42-Jährige Betreuungshelferin.

Daniela Simon kommt die lange Berufserfahrung und der enge Bezug zum Haus zugute. Als Vorsitzende der MAV vertritt sie erstmalig und stolz die Positionen ihrer eigenen Berufsgruppe, die heutzutage von Pflege und Hauswirtschaft schlicht getrennt wird.

Schon kurz bevor die Stiftung St. Josef-Stift sich im Jahr 1999 dem St. Josefs-Haus annahm, arbeiteten Mutter und Tochter nebeneinander im Marienwohnbereich. „Das hat immer gut funktioniert, solange man Berufliches und Privates trennt”, erklärt Marita Simon, und ihre Tochter stimmt zu: „Anders geht das nicht.” Aber in beiden Bereichen sehen sich die beiden dennoch regelmäßig: Sie wohnen nur ein paar Häuser voneinander entfernt und verbringen nach der Hunderunde abends zusammen Zeit. „Den Hund wollte ich erst gar nicht, aber meine Tochter hat mich überzeugt”, sagt Marita Simon augenzwinkernd. Seit ihrem Renteneintritt ist der Mischling Marty ihr treuer Begleiter. „Als Ausgleich für die freie Zeit in der Rente, und hier im Wohnbereich wird er auch immer freudig erwartet und herzlich begrüßt”, wirft Daniela Simon ein.

Marita Simon betreut nun seit knapp einem Jahr ehrenamtlich eine Bewohnerin im Marienwohnbereich, die von ihrer Tochter an sie vermittelt wurde. Wenn sie auf ihre berufliche Laufbahn zurückblickt, sagt sie: „Ich würde es jeden Tag wieder so machen, und wüsste auch gar nicht, was ich sonst machen würde.” Da kann ihre Tochter Daniela Simon nur zustimmen: „Das hat sie mir vererbt, die Leidenschaft für die Menschen und das Talent, sich auch mal persönlich Zeit zu nehmen.” Ein Mutter-Tochter-Duo, das mit ganzem Herzen und Verstand in der Betreuung arbeitet.