Typische Krankheitsbilder & Therapiemöglichkeiten
Die Klinik für ambulante Operationen & Sporttraumatologie hat einen großen Erfahrungsschatz, der sich durch das hohe Patientenaufkommen angesammelt hat. Die häufigsten Krankheitsbilder sowie ihre Therapiemöglichkeiten werden hier im Detail vorgestellt.
Riss des vorderen Kreuzbandes
Das vordere Kreuzband ist der „zentrale Pfeiler“ des Kniegelenkes und dient zur Gelenkstabilisierung gegenüber Translations- und Rotationskräften, die bei unterschiedlichen Belastungen insbesondere beim Sport auf das Kniegelenk einwirken. Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist eine der häufigsten Sportverletzungen und tritt vor allem im Rahmen von Knieverdrehungen bei Sportarten, die gerade die Kniegelenke stark belasten wie Handball, Fußball oder Skifahren auf.
Die daraus resultierende Instabilität des Kniegelenkes lässt die Fortführung der sportlichen Aktivitäten in der Regel nicht mehr zu, und auch in Beruf und Alltag verbleiben häufig Funktionsdefizite. Ohne die stabilisierende Funktion des vorderen Kreuzbandes stellt sich eine erhöhte Belastung für die Menisci und die Knorpelflächen ein. Das bedingt längerfristig die Abnutzung dieser Strukturen und einen frühzeitigen Gelenkverschleiß. Zudem besteht bei fehlendem vorderen Kreuzband ein hohes Verletzungsrisiko der übrigen Gelenkstrukturen, wenn es zu einem weiteren Unfall kommen sollte.
Kreuzbandersatzoperation
Um die Funktion des Gelenkes wieder herzustellen und den frühzeitigen Gelenkverschleiß zu verhindern, wird in der Klinik für Ambulante Operationen und Sporttraumatologie die Kreuzbandersatzoperation mit körpereigener Sehne routinemäßig durchgeführt. Hierbei werden über einen kleinen Hautschnitt eine oder zwei Sehnen vom Oberschenkel entnommen und als Ersatz für das gerissene Kreuzband im Rahmen einer etwa 45-minütigen Arthroskopie (Gelenkspiegelung) in das Gelenk transplantiert.
Bereits kurz nach Ende des Eingriffs kann das operierten Beins wieder teilbelastet werden. Die weitere Nachbehandlung richtet sich nach der individuell angepassten Therapie, wobei die Rehabilitationsphase mehrere Wochen beträgt. Die Arbeitsfähigkeit ist in der Regel nach vier bis zwölf Wochen, die Sportfähigkeit in Abhängigkeit von der betriebenen Sportart nach drei bis neun Monaten wieder erreicht. Wir werden Sie hierzu gerne beraten.

Meniskusschaden & Meniskusriss
Die Knorpelflächen des Kniegelenkes werden durch zwei Menisken (Innen- und Außenmeniskus) entlastet und dadurch vor frühzeitiger Alterung geschützt. Der aus Faserknorpel aufgebaute Meniskus hat dabei aufgrund seiner Struktur und Form eine stoßdämpfende und stabilisierende Funktion für das Kniegelenk und unterstützt somit auch die Funktion des Bandapparates.
Meniskusschäden zählen zu den häufigsten Schmerzursachen am Kniegelenk. Verantwortlich für einen Meniskusriss ist entweder ein akutes Trauma, vor allem beim Sport, oder der natürliche Verschleißprozess des Gelenkes, der durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Die Selbstheilung eines Meniskusrisses ist aufgrund der fehlenden Durchblutung des Meniskusgewebes nicht möglich. Bei länger bestehendem Meniskusschaden kann sich der Riss vergrößern und zunehmende Knorpelschäden verursachen.
Therapie
Als Therapie der Meniskusschädigung wird die Naht oder Teilentfernung des Meniskus im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) durchgeführt. Ziel ist, die volle Funktion des Meniskus wieder herzustellen oder, falls dieses nicht möglich ist, ausschließlich den geschädigten und damit bereits funktionslosen Anteil des Meniskus schonend zu entfernen.
Dieser minimalinvasive Eingriff dauert etwa 15 Minuten und wird in einer kurzen Narkose durchgeführt. Bereits kurz nach Ende des Eingriffs kann die Teilbelastung des operierten Beins wieder erfolgen. Die weitere Nachbehandlung richtet sich nach der individuell durchgeführten Therapie. Ihr Operateur wird Sie hierzu beraten.

Karpaltunnel, Dupuytren, Rhizarthrose & Co.
Die Funktion der Finger und Hände ist elementar für den Alltag. Kommt es zu Arthrose und Überlastungsschäden treten typische Krankheitsbilder auf, wie z.B. Rhizarthrose (Verschleiß am Daumensattelgelenk), Fingergelenkarthrose, Ganglion (Bibelzyste), Dupuytren'sche Kontraktur, Karpaltunnel-Syndrom, Sehnenscheidenentzündung oder Verletzungen des Diskus. Oberärztin Shabnam Schade (Schwerpunkt Handchirurgie) erläutert konservative Behandlungsmethoden, aber auch minimalinvasive OP-Methoden und Handarthroskopie, die Linderung bringen können.
Handoperation - Tipps zur Vorbereitung und Nachbehandlung
Eine Handoperation muss gut vorbereitet sein, da Sie den/die operierten Finger bzw. die operierte Hand eventuell für 4 - 6 Wochen nicht belasten dürfen. Eventuell tragen Sie eine thermoplastische Schiene bzw. einen Gips. Mit den folgenden Hinweisen können Sie sich gut auf die Operation und die Zeit danach vorbereiten.
Vor der Handoperation
Wenn die Schreibhand betroffen ist, kann es sinnvoll sein, das Unterschreiben mit der anderen Hand zu üben.
Nutzen Sie die Zeit, Tätigkeiten wie das An- und Ausziehen, das Essen, das Zähneputzen und den Toilettengang mit einer Hand zu üben.
Überlegen Sie mit Ihren Angehörigen, ob Sie Hilfe bei der Haushaltsführung benötigen.
Bedenken Sie, dass Sie nach der OP mit einer Gipsschiene oder mit einer thermoplastischen Schiene nicht fahrtüchtig sind, und daher abgeholt werden müssen.
Bei ambulantem Eingriff: Nach einer Voll- oder Teilnarkose sind Sie nicht fahrtüchtig und sollten sich von einer Begleitperson abholen lassen.
Am Tag der Handoperation
Bringen Sie alle thermoplastischen Schienen mit, die Sie bei eventuellen früheren Operationen innerhalb der letzten 2 Jahre bekommen haben. Für die Abrechnung einer neuen Schiene ist die Versichertenkarte und ggf. eine Zuzahlung erforderlich.
Bereits durch uns angefertigte oder vermessene Schienen werden zur Operation bzw. zum geplanten Termin nach der Operation für Sie bereitgestellt.
In den ersten Tagen ist es nützlich, Oberteile mit weiten und/oder dehnbaren Ärmeln zu tragen, ebenso Hosen, die Sie leicht mit einer Hand an- und ausziehen können, sowie Schuhe, die Ihnen Halt bieten, aber leicht an- und auszuziehen sind.
Wir empfehlen, am Morgen des OP-Tages zu duschen. Bitte achten Sie auf gesäuberte und gepflegte Fingernägel. Die Handpflege kann nach der Operation einhändig erschwert sein.
Wichtiger Hinweis:
Nagellack, Acryl- oder Gelnägel müssen vor der Operation entfernt werden. Sie stellen ein potenzielles Infektionsrisiko dar.

Nach der Handoperation
Für ein gutes langfristiges Operationsergebnis ist Ihre Mitarbeit erforderlich. Das bedeutet u. a., dass Sie die speziellen ärztlichen und ergotherapeutischen Hinweise auch zuhause beachten. Sie erhalten dazu rechtzeitig vor Ihrer Entlassung genaue Informationen. Dies beinhaltet auch ein Übungsprogramm, das Sie zuhause selbstständig durchführen.
Schwere Haushalts- und Gartentätigkeiten sowie Fahrrad- und Autofahren sind in den ersten Wochen nicht möglich, bis sie von ärztlicher Seite wieder freigegeben sind.
Gegebenenfalls benötigen Sie über eine längere Zeit eine ergotherapeutische Nachbehandlung. Diese kann von Ihrer hausärztlichen, orthopädischen oder rheumatologischen Praxis verordnet werden. Unsere Ergotherapeutinnen sind Ihnen bei der Suche nach wohnortnahen und qualifizierten Handtherapie-Praxen gern behilflich.
Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zur handtherapeutischen Praxis für eine rechtzeitige Terminvereinbarung auf, um eine kontinuierliche postoperative Nachbehandlung zu ermöglichen.
In Abhängigkeit vom erfolgten Eingriff erhalten Sie bei Entlassung einen Termin für eine ambulante Verlaufskontrolle in unserer Sprechstunde – in der Regel 6 Wochen nach erfolgter Operation.
Hallux valgus, Hammerzeh & Co.
Hallux valgus (Ballenzeh) und weitere Zehenfehlstellungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Fußschmerzen – besonders bei Frauen und zunehmend auch bei jüngeren Patient:innen. In unserem Film erklären wir verständlich, wie Ballenzeh, Hammer-/Krallenzeh oder Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen) entstehen, wie die Diagnose abläuft und welche Behandlung bei Fußproblemen wirklich hilft. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist die individuell passende Therapie – abgestimmt auf Beschwerden, Fehlstellung, Alltag und Aktivitätsniveau. Neben konservativen Maßnahmen stellt er auch moderne Therapieverfahren vor, einschließlich schonender, zeitgemäßer OP-Methoden, die Schmerzen gezielt lindern und die Fußfunktion verbessern können.