Rheumatologische Krankheitsbilder

Rheumatologische Krankheitsbilder

Leistungsspektrum der Klinik für Rheumatologie & Klinische Immunologie

Die Behandlung rheumatologischer Krankheitsbilder erfordert hohe Expertise und Erfahrung. Folgende entzündlich-rheumatische und systemische Erkrankungen werden in unserer Klinik für Rheumatologie & Klinische Immunologie im St. Josef-Stift behandelt:

Nahaufnahme: PD Dr. med. Peter Korsten untersucht mit beiden Händen das Handgelenk einer Patientin.
Sorgfältige Untersuchung der Hand zur Einschätzung rheumatischer Veränderungen.
Entzündliche Gelenk- & Wirbelsäulenerkrankungen

Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis ist eine chronische Entzündung der Gelenke, die Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen verursacht. Unbehandelt kann sie die Gelenke dauerhaft schädigen. Oft sind seitensymmetrisch viele kleine Gelenke, insbesondere Hand- und Fingergelenke betroffen. Seltener können auch zu Beginn nur große Gelenke wie die Schultern, Knie oder Hüften betroffen sein. Im Labor findet man typischerweise einen positiven Rheumafaktor oder anti-CCP-Antikörper.

Behandelnde Person deutet auf den Ultraschallmonitor, während eine Patientin auf der Untersuchungsliege liegt.
Besprechung der Ultraschallbefunde während der Untersuchung.

Psoriasis-Arthritis

Psoriasis-Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die bei ca. 20-30 % aller Patient:innen mit Schuppenflechte (Psoriasis) auftreten kann. Sie betrifft Gelenke, Sehnen/Sehnenansätze und manchmal auch die Wirbelsäule. Anders als bei der rheumatoiden Arthritis findet man hier keine typischen Autoantikörper. Die Verteilung betroffener Gelenke kann sehr unterschiedlich sein.

Axiale Spondyloarthropathien (früher Morbus Bechterew)

Axiale Spondyloarthropathien wurden früher Morbus Bechterew genannt. Dabei handelt es sich um eine chronische Entzündung der Wirbelsäule, die zu Rückenschmerzen und zunehmender Versteifung führen können – besonders in Ruhe oder nachts. Auch hier findet man typischerweise keine Autoantikörper, in vielen Fällen auch keine erhöhten Entzündungswerte. Die Diagnose beruht in vielen Fällen auf der typischen Symptomkonstellation eines entzündlichen Rückenschmerzes sowie dem Nachweis entzündlicher Veränderungen in der Bildgebung (in der Regel MRT).

Kristallarthropathien (z. B. Gicht, Chondrokalzinose)

Zu den Kristallarthropathien gehören z. B. Gicht und Chondrokalzinose. Bei diesen Erkrankungen lagern sich Kristalle in den Gelenken ab. Das führt zu plötzlich auftretenden, sehr schmerzhaften Entzündungen. Beweisend für diese Art der Gelenkentzündung ist der polarisationsmikroskopische Nachweis typischer Kristalle im Gelenkpunktat.

Systemische Autoimmunerkrankungen

Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Der Systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem eigenes Gewebe und Organe angreift. Die Erkrankung kann Haut, Gelenke und innere Organe, z. B. die Nieren in Form einer Lupus nephritis betreffen. Insbesondere zur Diagnostik und Therapiesteuerung einer Lupus nephritis ist oftmals eine Nierenbiopsie erforderlich.

Behandelnde Person erklärt eine Untersuchung an einem Mikroskop, während eine Patientin ihre Hand auf die Arbeitsfläche legt.
Mikroskopische Untersuchung gemeinsam mit der Patientin.

Systemische Sklerose

Bei der systemischen Sklerose handelt es sich um eine seltene Erkrankung mit Verhärtung von Haut und Bindegewebe, die auch innere Organe beeinflussen kann. Insbesondere das Herz-Kreislauf-System ist gefährdet in Form einer Lungenfibrose oder einer pulmonal-arteriellen Hypertonie. Rheumatische Beschwerden wie Gelenk- und Muskelschmerzen sind sehr häufig.

Vaskulitis

Vaskulitiden sind Entzündungen der Blutgefäße unterschiedlicher Größe, die den Blutfluss stören und verschiedene Organe schädigen können. Vielfach sind der HNO-Bereich, die Lunge oder die Nieren betroffen. In vielen Fällen ist zur Diagnosesicherung eine Nieren- oder andere Organbiopsie erforderlich. Zu den Vaskulitiden gehören beispielsweise Riesenzellarteriitis, Granulomatose mit Polyangiitis, Mikroskopische Polyangiitis oder Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis.

Behandelnde Person hebt das Bein einer auf der Untersuchungsliege liegenden Patientin zur Prüfung der Beweglichkeit an.
Klinische Untersuchung der Beinbeweglichkeit.

Myositis

Bei den Myositiden handelt es sich um entzündliche Erkrankungen der Muskulatur, die zu Muskelschwäche, Muskelschmerzen und rascher Ermüdung führen können. Es existieren verschiedene Unterformen, z. B. Dermatomyositis oder anti-Synthetase-Syndrom, die in unterschiedlichem Ausmaß auch innere Organe wie die Lunge betreffen können. In vielen Fällen ist eine Muskelbiopsie erforderlich.

Sarkoidose

Sarkoidose ist eine entzündliche granulomatöse Erkrankung, bei der sich kleine Entzündungsherde in Organen bilden – häufig in Lunge und Lymphknoten. Es handelt sich jedoch um eine Systemerkrankung, die prinzipiell alle Organe betreffen kann. Gelenkschmerzen und Allgemeinsymptome sind hierbei ebenfalls sehr häufig. Da viele Erkrankungen einer Sarkoidose ähneln können, handelt es sich im Wesentlichen um eine Ausschlussdiagnose.

PD Dr. med. Peter Korsten sitzt an einem Konferenztisch und hört einer Kollegin zu.
Im Dialog mit dem Team – gemeinsame Verantwortung für die Patient:innen.
Autoinflammatorische Erkrankungen

Adulter Morbus Still & Familiäres Mittelmeerfieber (FMF)

Adulter Morbus Still

Adulter Morbus Still ist eine seltene autoinflammatorische Erkrankung, die typischerweise mit hohem Fieber, Gelenkschmerzen und Hautausschlägen einhergeht. Typischerweise sind die Entzündungswerte stark erhöht. Die Diagnose wird auf Grundlage bestimmter diagnostischer Kriterien gestellt.

Familiäres Mittelmeerfieber (FMF)

Beim Familiären Mittelmeerfieber (FMF) handelt es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung mit wiederkehrenden Fieberschüben und starken Entzündungen, oft begleitet von Bauch- oder Gelenkschmerzen.

PD Dr. med. Peter Korsten spricht mit einer ärztlichen Kollegin in einem hellen Klinikflur.
Im kollegialen Gespräch: Austausch zwischen ärztlichen Kolleg:innen.

Osteoporose & Arthrose

Osteoporose

Die Osteoporose ist eine Erkrankung des Knochenstoffwechsels, bei der die Knochen an Stabilität verlieren und leichter brechen. Oft bleibt sie lange unbemerkt und wird erst durch Knochenbrüche erkannt. Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist das Risiko für die Entwicklung einer Osteoporose erhöht. Wir bieten als DVO-Schwerpunktzentrum die notwendige Diagnostik und Beratung zu modernen Therapiekonzepten an.

Arthrose

Die Arthrose ist eine Verschleißerkrankung der Gelenke, bei der der schützende Knorpel nach und nach abgebaut wird. Dieser Prozess führt zu Schmerzen, Steifigkeit und eingeschränkter Beweglichkeit, vor allem bei Belastung. Eine Arthrose kann entweder primär (sehr häufig in der Bevölkerung) oder sekundär als Folge entzündlicher Gelenkerkrankungen auftreten. Hier ist eine Zusammenarbeit mit der Klinik für Rheumaorthopädie vielfach notwendig.

Rheuma und Schwangerschaft

Die Betreuung von Patientinnen mit rheumatischen Erkrankungen in Schwangerschaft und Stillzeit stellt eine besondere Herausforderung dar. In unserer Klinik verfügen wir über langjährige Erfahrungen in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen in dieser besonderen Situation. Wir bieten Betroffenen zu diesem Thema eine spezialisierte Sprechstunde an.