
Rücken-OP: Zwei Patienten gewinnen Lebensqualität und Beweglichkeit zurück
Jahrelange Beschwerden – und nach der Operation im Stift plötzlich schmerzfrei. Zwei Betroffene berichten über ihren Leidensweg geprägt von Rückenschmerzen hin zu mehr Lebensqualität.
„Ich hätte nie für möglich gehalten, dass die Operation so einen Effekt hat. Es war völlig faszinierend: Nach dem dritten Schritt – alles stimmte.“ Manfred Schwier ist kurz nach seiner Spinalkanalstenose-OP noch völlig überrascht, wie schlagartig sich seine Lebensqualität zum Positiven verändert hat. Ähnlich geht es Dr. Susanne Terveer: Seit 2019 hat sie die operative Behandlung ihrer Wirbelkanalenge versucht zu umgehen. Mit Physiotherapie, Kieser-Training und zeitweise starken Schmerzmedikamenten hat sie alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgereizt. Erst als die Schmerzen kombiniert mit einer Gangunsicherheit so stark wurden, dass sie sich bei einem Sturz sogar einen Lendenwirbel brach, entschloss sie sich zu einer Operation.
Zwei unterschiedliche Verläufe und am Ende jeweils die Erkenntnis, dass es ein Glück war, die Angst vor der Operation zu überwinden. „Jeder weiß irgendeine Horrorgeschichte von Rückenoperationen zu berichten“, erinnert sich Susanne Terveer, die nur ein Ziel hatte: Fit zu sein für ihren fordernden Job als Schulleiterin. Im Austausch mit anderen Betroffenen wurde ihr deutlich, wie groß die Verunsicherung rund um das Thema Operation ist. Viele setzten auf Training als Alternative zum Eingriff. „Eine Spinalkanalstenose kann man nicht wegtrainieren“, stellt Dr. Christian Brinkmann klar. Konservative Maßnahmen könnten Beschwerden lindern und hinauszögern, die knöcherne Einengung selbst lasse sich jedoch nicht rückgängig machen. Für Susanne Terveer war diese Einordnung entlastend: Trotz jahrelanger Krankengymnastik und Krafttraining habe sie sich gefragt, warum die Beschwerden weiter zunahmen. „Zu wissen, dass man eine Spinalkanalstenose nicht einfach wegtrainieren kann, nimmt viel Druck“, sagt sie.
Neben der Arthrose der kleinen Wirbelgelenke gehörte zu ihrer komplexen Diagnose auch ein Wirbelgleiten und eine leichte Skoliose. Die Angst war groß vor einer aufwändigen Stabilisierung mit Schrauben-Stab-System. Im Nachgang sagt sie, seien ihre Ängste unbegründet gewesen. „Das ist die Kunst des Operateurs, richtig einzuschätzen, ob eine Versteifung erforderlich ist oder wie kleinstmöglich sie sein muss, um die Stabilität der Wirbelsäule zu erhalten“, beschreibt Dr. Christian Brinkmann die Herausforderung.
Der Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums im St. Josef-Stift behandelte auch Manfred Schwier erfolgreich. Der 78-jährige Mindener hat Morbus Bechterew, eine Wirbelsäulenerkrankung, bei der die Wirbelsäule fortschreitend außen verknöchert. Die Einengung des Rückenmarks entstand durch verschleißbedingten Knochenanbau und eine Zyste im Wirbelkanal. Beides sorgte für Dauerschmerz beim Stillstehen. Der stattliche Mann lief stark vornübergebeugt und büßte seine Körpergröße ein. Hüfte und Knie wurden durch die Fehhaltung in Mitleidenschaft gezogen.
Die minimalinvasive Operation ohne Schrauben-Stab-System schenkte auch ihm sofortige Schmerzfreiheit und gab ihm seine aufrechte Haltung zurück. Fünf Tage nach der Operation konnte auch er lediglich mit leichtem Wundschmerz das Krankenhaus verlassen. Schwier: „Das hätte ich nie für möglich gehalten.“
Auch Susanne Terveer ist unmittelbar nach ihrer Operation wieder gelaufen und hat neuen Mut gefasst. Sie will eine Reha am St. Josef-Stift anschließen und hat als festes Ziel: „Ich hole mir meine Stabilität, Beweglichkeit und Koordination zurück.“ Im Sommer plant sie einen Wanderurlaub mit ihrer Tochter. „Das habe ich seit Jahren nicht gemacht.“

Spinalkanalstenose – was ist das?
Eine Spinalkanalstenose entsteht durch Arthrose in den kleinen Wirbelgelenken, die der Körper versucht durch knöcherne Anwachsungen – eine Art natürliche Versteifung – zu kompensieren. Zu Problemen kommt es, wenn diese knöchernen Anwachsungen nach innen in den Spinalkanal wachsen und auf das Rückenmark und Nervenwurzeln drücken. Bei weiterem Fortschreiten der Verengung kann es zu stark ausstrahlenden Schmerzen ins Bein und Kontrollverlust über die Beine kommen, bis hin zu Lähmungserscheinungen.
Die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie im St. Josef-Stift Sendenhorst ist ein zertifiziertes Wirbelsäulenzentrum. Zur Philosophie gehört es, dass erst nach gründlicher Diagnose und dem Ausschöpfen aller konservativen Behandlungsmöglichkeiten eine operative Behandlung erwogen wird. Die Zertifizierung attestiert hochmoderne minimalinvasive Operationsmethoden unter dem OP-Mikroskop, gepaart mit jahrzehntelanger Erfahrung auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie.
Die Klinik setzt auf Patienteninformationsfilme und Vorträge: Die nächste Patientenakademie zum Thema Spinalkanalstenose findet am 22. April 2026 um 16 Uhr im St. Josef-Stift statt. Eine Online-Anmeldung für die Präsenzteilnahme ist erforderlich.